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Landeskunde Schweiz
Schweiz, amtl. Schweizerische Eidgenossenschaft, frz. Suisseital. Svizzera, rätoromanisch Svizzra, Bundesstaat in Mitteleuropa, 41285 km2, 7,2 Mio. Einwohner; Hauptstadt: Bern; Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch (Bündnerromanisch).
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Verfassung vom 18. 4. 1999 (in Kraft seit 1. 1. 2000):
föderative, demokratische Republik, bestehend aus 20 Kantonen und 6 Halbkantonen. Die Bundesgesetzgebung liegt bei der Bundesversammlung, bestehend aus Ständerat (46 von den Kantonen gewählte Vertreter) und Nationalrat (200 in allgemeiner Wahl gewählte Abgeordnete). Der von beiden Kammern auf 4 Jahre gewählte Bundesrat (7 Mitgl.) übt die vollziehende Gewalt aus. Aus dem Bundesrat wählt die Bundesversammlung den jährlich wechselnden Bundespräs. Die Kantone haben eigene Volksvertretungen und Reg. Frauen haben seit 1971 auf Bundesebene Wahl- und Stimmrecht, seit 1990 auch in allen Kantonen.
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Bevölkerung:
63,7 % sprechen Deutsch (im größten Teil des Mittellands und den Alpen bis ins Monte-Rosa-Gebiet), 19,2 % Französisch (im Jura, Waadtland, Unterwallis), 7,6 % Italienisch (im Tessin und in den Randtälern Graubündens), 0,6 % Rätoromanisch (in Graubünden), 8,9 % andere Sprachen. Großstädte: Zürich, Basel, Genf, Bern, Lausanne. Religion: 46 % kath., 42 % ev. (meist ref.), Altkatholiken (16 000), Muslime (200 000), Juden (17 500).
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Wirtschaft:
Trotz geringer Bodenschätze ist die Schweiz heute überwiegend Industrieland und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren der Welt. Die Industrie (28 % der Berufstätigen), vorwiegend im nördlichen Mittelland und Jura, liefert Qualitätswaren; Hauptzweige: Textil-, feinmechanische und optische Industrie, Maschinen-, Fahrzeugbau, elektrische, elektronische und chemische, pharmazeutische, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Der Energiebedarf wird durch Erdöl, Kernenergie, Wasserkraft, Erdgas u. a. gedeckt. In der Landwirtschaft arbeiten nur noch rund 4 % aller Berufstätigen. Ackerbau (Weizen, Gerste, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln) in den tiefsten Lagen, auch Weinbau. Hoch entwickelt ist die Milchviehzucht (im Gebirge Almwirtschaft) mit Käserei und Milchverarbeitung. Starker Fremdenverkehr, besonders in den Höhenluftkurorten und Wintersportplätzen. Ausfuhr: v. a. Maschinenbau-, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Apparate und Uhren, Textilien, Bekleidung, Nahrungsmittel; Haupthandelspartner: Deutschland und andere EU-Länder, USA. Die Schweiz gehört der Europ. Freihandelsassoziation (EFTA) an.
Daten zur Geschichte der Schweiz
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58 v. Chr |
Sieg Caesars über die kelt. Helvetier, 15 v. Chr. auch Eingliederung der rät. und Alpengebiete in das Röm. Reich |
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1032 - 1034 |
Die W-Schweiz fällt mit dem Königreich Burgund an das Heilige Röm. Reich |
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13. Jh. |
Zur Abwehr der Habsburger bilden sich Bündnissysteme |
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1315 |
»Ewiger Bund« von Uri, Schwyz und Unterwalden (Urkantone; Sage von Tell, "Rütlischwur" zur Eidgenossenschaft) |
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Sieg der Urkantone am Morgarten |
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15. Jh |
Erweiterung des Bundes um Luzern (1332), Zürich (1351), Glarus und Zug (1352) sowie Bern (1353) zu den »Acht alten Orten« |
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Die Eidgenossen erobern den Aargau von den Habsburgern, 1460 auch den Thurgau; in den Burgunderkriegen 1474-77 besiegen sie Karl den Kühnen |
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1481 werden Freiburg im Üechtland und Solothurn, 1501 Basel und Schaffhausen, 1513 Appenzell als vollberechtigte Kantone (»Orte«) in die Eidgenossenschaft aufgenommen, mit der sich ferner Wallis, St. Gallen, Graubünden, Genf u. a. als »zugewandte Orte« verbünden |
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Der Schwabenkrieg (Reichskrieg) von 1499 führt zur tatsächl. Trennung vom Heiligen Röm. Reich |
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16. Jh |
Ausweitung der Eidgenossenschaft durch die Eroberung des Tessin (1516) und der Waadt (1536) |
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Einführung der Reformation durch U. Zwingli in Zürich (1523-1525), Bern (1528) und J. Calvin in Genf (1536), 1531 Krieg zw. den kath. und reformierten Kantonen |
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1648 |
Der Westfäl. Frieden entlässt die Eidgenossenschaft auch de jure aus dem Verband des Heiligen Röm. Reiches |
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1674 |
Im Holländ. Krieg wird das »Prinzip der bewaffneten Neutralität« erklärt |
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1798 |
Eroberung durch frz. Truppen, Schaffung der »Helvet. Rep.« (»Helvetik«) |
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1803 |
Napoleon errichtet mit der Mediationsakte wieder die »Dreizehn alten Orte«, ergänzt um Graubünden und 5 neue Kantone (St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt) |
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1815 |
Der Wiener Kongress erkennt die Schweiz als unabhängigen Staat an und garantiert die dauernde Neutralität der Schweiz sowie deren Zusammensetzung durch nunmehr 22 Kantone |
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1848 |
Die Niederlage der kath. Kantone im Sonderbundkrieg 1847 ermöglicht die Annahme einer neuen Bundesverfassung, die einen festen Bundesstaat statt des losen Staatenbundes proklamiert |
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1914/1939 |
In beiden Weltkriegen bleibt die Schweiz neutral |
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1920 |
Genf wird Sitz des Völkerbundes |
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1947 |
Nach 1947 sind FDP (Freisinnige), SPS und CVP, später auch SVP die stärksten Parteien - »Konkordanzdemokratie« |
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1959/60 |
Seitdem Regierungskoalition der vier stärksten Parteien |
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1990 |
Im Halbkanton Appenzell Innerrhoden wird als letztem Kanton das Frauenstimmrecht eingeführt |
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1993 |
Der Beitritt zum Europ. Wirtschaftsraum (EWR) wird nach einer Volksabstimmung abgelehnt |
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1994 |
»Alpeninitiative« |
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1995 |
Beginn der internat. »Raubgold«-Debatte über das Verhalten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg |
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1997 |
Stiftung »Schweizer Solidarität«. Rahmendokument »NATO-Partnerschaft für den Frieden« unterzeichnet |
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2000 |
Neue Verfassung; Zustimmung zu den bilateralen Verträgen mit der EU (ab 2002 in Kraft) |
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2001 |
Ablehnung von sofortigen Beitrittsverhandlungen mit der EU |
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2002 |
Knappe Zustimmung zum UN-Beitritt, der am 10. 9. erfolgt |
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