19 | 05 | 2012
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Landeskunde

Landeskunde Schweiz

Schweiz, amtl. Schweizerische Eidgenossenschaft, frz. Suisseital. Svizzera, rätoromanisch Svizzra, Bundesstaat in Mitteleuropa, 41285 km2, 7,2 Mio. Einwohner; Hauptstadt: Bern; Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch (Bündnerromanisch).

  • Verfassung vom 18. 4. 1999 (in Kraft seit 1. 1. 2000):
    föderative, demokratische Republik, bestehend aus 20 Kantonen und 6 Halbkantonen. Die Bundesgesetzgebung liegt bei der Bundesversammlung, bestehend aus Ständerat (46 von den Kantonen gewählte Vertreter) und Nationalrat (200 in allgemeiner Wahl gewählte Abgeordnete). Der von beiden Kammern auf 4 Jahre gewählte Bundesrat (7 Mitgl.) übt die vollziehende Gewalt aus. Aus dem Bundesrat wählt die Bundesversammlung den jährlich wechselnden Bundespräs. Die Kantone haben eigene Volksvertretungen und Reg. Frauen haben seit 1971 auf Bundesebene Wahl- und Stimmrecht, seit 1990 auch in allen Kantonen.
  • Bevölkerung:
    63,7 % sprechen Deutsch (im größten Teil des Mittellands und den Alpen bis ins Monte-Rosa-Gebiet), 19,2 % Französisch (im Jura, Waadtland, Unterwallis), 7,6 % Italienisch (im Tessin und in den Randtälern Graubündens), 0,6 % Rätoromanisch (in Graubünden), 8,9 % andere Sprachen. Großstädte: Zürich, Basel, Genf, Bern, Lausanne. Religion: 46 % kath., 42 % ev. (meist ref.), Altkatholiken (16 000), Muslime (200 000), Juden (17 500).
  • Wirtschaft:
    Trotz geringer Bodenschätze ist die Schweiz heute überwiegend Industrieland und zählt zu den wichtigsten Finanzzentren der Welt. Die Industrie (28 % der Berufstätigen), vorwiegend im nördlichen Mittelland und Jura, liefert Qualitätswaren; Hauptzweige: Textil-, feinmechanische und optische Industrie, Maschinen-, Fahrzeugbau, elektrische, elektronische und chemische, pharmazeutische, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Der Energiebedarf wird durch Erdöl, Kernenergie, Wasserkraft, Erdgas u. a. gedeckt. In der Landwirtschaft arbeiten nur noch rund 4 % aller Berufstätigen. Ackerbau (Weizen, Gerste, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln) in den tiefsten Lagen, auch Weinbau. Hoch entwickelt ist die Milchviehzucht (im Gebirge Almwirtschaft) mit Käserei und Milchverarbeitung. Starker Fremdenverkehr, besonders in den Höhenluftkurorten und Wintersportplätzen. Ausfuhr: v. a. Maschinenbau-, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Apparate und Uhren, Textilien, Bekleidung, Nahrungsmittel; Haupthandelspartner: Deutschland und andere EU-Länder, USA. Die Schweiz gehört der Europ. Freihandelsassoziation (EFTA) an.

Daten zur Geschichte der Schweiz

58 v. Chr Sieg Caesars über die kelt. Helvetier, 15 v. Chr. auch Eingliederung der rät. und Alpengebiete in das Röm. Reich
1032 - 1034 Die W-Schweiz fällt mit dem Königreich Burgund an das Heilige Röm. Reich
13. Jh. Zur Abwehr der Habsburger bilden sich Bündnissysteme
1315 »Ewiger Bund« von Uri, Schwyz und Unterwalden (Urkantone; Sage von Tell, "Rütlischwur" zur Eidgenossenschaft)
  Sieg der Urkantone am Morgarten
15. Jh Erweiterung des Bundes um Luzern (1332), Zürich (1351), Glarus und Zug (1352) sowie Bern (1353) zu den »Acht alten Orten«
  Die Eidgenossen erobern den Aargau von den Habsburgern, 1460 auch den Thurgau; in den Burgunderkriegen 1474-77 besiegen sie Karl den Kühnen
  1481 werden Freiburg im Üechtland und Solothurn, 1501 Basel und Schaffhausen, 1513 Appenzell als vollberechtigte Kantone (»Orte«) in die Eidgenossenschaft aufgenommen, mit der sich ferner Wallis, St. Gallen, Graubünden, Genf u. a. als »zugewandte Orte« verbünden
  Der Schwabenkrieg (Reichskrieg) von 1499 führt zur tatsächl. Trennung vom Heiligen Röm. Reich
16. Jh Ausweitung der Eidgenossenschaft durch die Eroberung des Tessin (1516) und der Waadt (1536)
  Einführung der Reformation durch U. Zwingli in Zürich (1523-1525), Bern (1528) und J. Calvin in Genf (1536), 1531 Krieg zw. den kath. und reformierten Kantonen
1648 Der Westfäl. Frieden entlässt die Eidgenossenschaft auch de jure aus dem Verband des Heiligen Röm. Reiches
1674 Im Holländ. Krieg wird das »Prinzip der bewaffneten Neutralität« erklärt
1798 Eroberung durch frz. Truppen, Schaffung der »Helvet. Rep.« (»Helvetik«)
1803 Napoleon errichtet mit der Mediationsakte wieder die »Dreizehn alten Orte«, ergänzt um Graubünden und 5 neue Kantone (St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt)
1815 Der Wiener Kongress erkennt die Schweiz als unabhängigen Staat an und garantiert die dauernde Neutralität der Schweiz sowie deren Zusammensetzung durch nunmehr 22 Kantone
1848  Die Niederlage der kath. Kantone im Sonderbundkrieg 1847 ermöglicht die Annahme einer neuen Bundesverfassung, die einen festen Bundesstaat statt des losen Staatenbundes proklamiert
1914/1939 In beiden Weltkriegen bleibt die Schweiz neutral
1920 Genf wird Sitz des Völkerbundes
1947  Nach 1947 sind FDP (Freisinnige), SPS und CVP, später auch SVP die stärksten Parteien - »Konkordanzdemokratie«
1959/60 Seitdem Regierungskoalition der vier stärksten Parteien
1990  Im Halbkanton Appenzell Innerrhoden wird als letztem Kanton das Frauenstimmrecht eingeführt
1993 Der Beitritt zum Europ. Wirtschaftsraum (EWR) wird nach einer Volksabstimmung abgelehnt
1994  »Alpeninitiative«
1995 Beginn der internat. »Raubgold«-Debatte über das Verhalten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg
1997 Stiftung »Schweizer Solidarität«. Rahmendokument »NATO-Partnerschaft für den Frieden« unterzeichnet
2000  Neue Verfassung; Zustimmung zu den bilateralen Verträgen mit der EU (ab 2002 in Kraft)
2001  Ablehnung von sofortigen Beitrittsverhandlungen mit der EU
2002  Knappe Zustimmung zum UN-Beitritt, der am 10. 9. erfolgt